Landwirtschaft und Kunst

Sowohl Landwirtschaft als auch Kunst stellen wesentliche Teile unserer Kultur dar. Sie in Verbindung zu betrachten, eine künstlerische Praxis in die landwirtschaftliche Tätigkeit einzubeziehen, kann in meinen Augen dazu beitragen das Bewusstsein in beide Richtungen zu schärfen.
Dabei ist es mit den Mitteln der Kunst sehr gut möglich auch das Verhältnis von Mensch zu Natur, bzw. Landwirtschaft zu Umwelt auszuloten, Bewusstsein für den Wert des Bodens zu steigern, ggf. auch kritisch zu befragen und vor allem zu faszinieren. Gleichermaßen bietet sich hier die Möglichkeit, Menschen aus verschiedenen Lebenswelten in eben diesem Spannungsfeld zwischen Natur, Landwirtschaft und Kunst zu verbinden und in Dialog treten zu lassen.

Durch meine künstlerisch-ästhetische Auffassung gestalten sich Zugang und Prozessabläufe anders, als hätte ich einen land- oder forstwirtschaftlichen Hintergrund. In der Anlage der Areale wird die wirtschaftliche Nutzbarkeit bedacht, gleichermaßen aber auch die Organisation des Raumes hinsichtlich seiner Aufenthaltesqualitäten mit einbezogen. Ich forciere ganzheitliches Denken und Handeln und begebe mich an die Nahtstelle zwischen Landwirtschaft und Kunst. Meiner Überzeugung nach ist es wichtig, mit dem Land nicht ausschließlich zu wirtschaften, sondern nachhaltige Landwirtschaft mit weiteren kulturellen, künstlerischen und sozialen Aspekten zu verknüpfen, um ein umfassenderes Bewusstsein für das große Ganze zu schaffen, welches uns umgibt.
Dies kann in einem Erntedankfest bei Musik vor Ort beginnen und weitergeführt werden in Workshop-Programmen oder künstlerischen Aktivitäten wie Performance oder Installation, um direkt in den Raum zu wirken, ihn temporär neu zu definieren, mit und in ihm zu spielen. Die Edition Waldgarten Thüringen stellt hier einen ersten Ansatz dar.